Wirbelsäule und Becken

In anderen Fällen kann der Rückenschmerz aber auch ein Symptom einer ernsteren bzw. übergeordneten Erkrankung sein.

Dazu gehören:

  • Verletzungen  wie Wirbelkörperbrüche,  Schäden der  Bandscheiben, Blutergüsse im Rückenmarkskanal, etc.
  • Degenerative Erkrankungen  wie Bandscheibenvorfälle, verschleißbedingte Engstellung des Rückenmarkskanals, sog. Spinalkanalstenose, etc.
  • Tumorerkrankungen, selten primär vom Knochen ausgehend, häufiger als Absiedelung (Metastasen) von Tumoren anderer Organe, z.B. vom Krebs der Brust, Haut, Niere, Prostata, Lunge.
  • Entzündungen der Bandscheiben und der angrenzenden Wirbelkörper, sog. Spondylodiszitis, unspezifisch, oder z.B. bei Tuberkulose

 

Die Verletzungen können je nach Auslöser Prellungen oder Zerrungen der Muskeln sein, aber auch gebrochenen Wirbelkörper.

Einfache Verletzungen werden in der Regel konservativ behandelt. Ist aber z.B. eine Fraktur der Wirbelsäule oder des Beckens nicht auszuschließen, so muss eine zeitnahe weitere Diagnostik wie Computertomographie oder Kernspintomographie erfolgen.

Sollte es zum Bruch eines Wirbelkörpers gekommen sein, wird dieser in Absprache mit dem Patienten, seinen Beschwerden und Bedürfnissen entsprechend eingeschätzt und hieraus eine Therapieempfehlung abgeleitet.

Nicht alle Brüche müssen operiert werden!

 

Eine häufige Ursache von Schmerzen sind degenerative Erkrankungen, v.a. im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule. Diese können meist konservativ behandelt werden. Manche Patienten profitieren von einer sog. periradikulären Therapie, einer CT-gesteuerten Injektion von einem Betäubungsmittel und Cortison. Dieses Verfahren kann sowohl therapeutisch als auch diagnostisch von Nutzen sein. Sollte aber ein Bandscheibenvorfall oder eine andere verschleißbedingte Erkrankung zu starken Schmerzen oder gar zu Nervenausfällen mit Lähmungserscheinungen führen, dann muss operiert werden.

 

Tumorerkrankungen der Wirbelsäule, meist durch Absiedelungen eines anderen Organs bedingt, geht meist eine längere Krankheitsdauer voraus. Für eine optimale Therapie muss der Krankheitsverlauf und der Gesamtzustand der Patientin oder des Patienten in Betracht gezogen werden. Die Schmerzen können ein Warnsignal sein für eine Instabilität und/oder Einengung des Rückenmarkskanals durch eine Absiedelung des Tumors.  Deshalb ist eine akute Diagnostik und ggf. eine Therapie in Form einer Stabilisierung und Entlastung des Rückenmarkskanals erforderlich.  

 

Entzündungen der Wirbelsäule, d.h. der Bandscheiben und der angrenzenden Wirbelkörper sind meist bakteriell bedingt. Diese sog. Spondylodiszitis ist häufig  Folge einer anderen chronischen Entzündung, z.B. der Herzklappen oder der Zähne. Hier gilt es den Fokus zu identifizieren, den verantwortlichen Keim zu erkennen und eine adäquate medikamentöse  Therapie einzuleiten.  

 

Stürze sind die Hauptursache von Schmerzen im Bereich des Beckenknochens. Auch hier hilft zunächst eine radiologische Diagnostik, um z.B. eine Fraktur der Hüftgelenkspfanne (Acetabulumfraktur) oder des Beckenringes nachzuweisen oder auszuschließen. Während Brüche des Oberschenkelknochens meistens innerhalb eines gewissen Zeitfensters operiert werden müssen, um den  Patienten schnell mobilisieren zu können, ist bei Beckenbrüchen eine genaue Analyse des Bruches sowie der Ressourcen des Patienten erforderlich.

Nicht immer ist eine Operation erforderlich!

 

Wichtiger Hinweis:

In Zusammenarbeit mit unserem Zentrum für Alterstraumatologie können Patienten nach  einer Wirbelsäulen – oder Becken Operation zeitnah ganzheitlich im Rahmen der komplex geriatrischen Behandlung mobilisiert werden, mit dem Ziel , die Autonomie in der gewohnten häuslichen Umgebung zu erhalten.   

 

Fragen und Antworten

Muss jeder Wirbelbruch operiert werden?

Nein. Nur nicht stabile Brüche oder sehr schmerzhafte Brüche, z.B. bei Osteoporose sollten operiert werden.

Welche Diagnostik ist bei Rückenschmerzen erforderlich?

Zuallererst werden die Patienten genau befragt und körperlich untersucht. Hiernach wird entschieden, welche weitere Diagnostik am ehesten zu der Ursache der Beschwerden führt. Meistens wird ein Röntgenbild des betroffenen Bereichs angefertigt.

 

Wie kann man einen „ frischen“ von einem „älteren“ Bruch unterscheiden?

Am besten mit Hilfe einer Kernspintomographie, hier zeigt sich ein sogenanntes Knochenödem als Zeichen für einen frischen Bruch. Auch versteckte Brüche, also Brüche die im normalen Röntgenbild nicht zu sehen sind, können so gefunden werden.

 

Muss jeder Bandscheibenvorfall operiert werden?

Nein. Es müssen die Bandscheibenvorfälle die nicht auf die Schmerztherapie reagieren oder aber die, die Nervenausfälle verursachen operiert werden. Kommt es aber zu einer Blasen-und /oder Mastdarmstörung operieren wir notfallmäßig.

Hexenschuss- Bettruhe oder Mobilisation?

Früher Bettruhe, heute gibt es die Tendenz die Betroffenen schnell zu mobilisieren.

Motto: Bewegung ist Leben.

 

Operation an der Wirbelsäule- Angst vor Lähmung und Rollstuhl.

Bei jeder Operation an der Wirbelsäule muss der Patient über diese mögliche Komplikation aufgeklärt werden. Tatsächlich ist aber so, dass wir mit den heutigen etablierten Techniken und Instrumentarien diese Komplikation nur in den aller seltensten Fällen sehen.