Lipofilling (Eigenfetttransplantation)

Das sogenannte Lipofilling oder auch autologe Fettgewebstransplantation/Eigenfetttransfer genannt, stellt eine etablierte Methode in der Plastischen und Rekonstruktiven Chirurgie dar. Hierunter versteht man das Auffüllen von Gewebedefekten durch frei verpflanzte eigene Fettzellen desselben Patienten. Diese Art des Weichteilaufbaus wird im rekonstruktiven als auch im ästhetischen Kontext routinemäßig verwendet. Das Fettgewebe wird im Rahmen einer Fettabsaugung gewonnen und an entsprechender Körperstelle wieder eingebracht. Häufig wird das Lipofilling zur Korrektur kleiner Gewebedefizite am ganzen Körper, im Rahmen des Wiederaufbaus der Brust, zur Brustvergrößerung, oder zur Unterspritzung von Falten im Gesicht angewendet. Als Nebeneffekt der Eigenfetttransplantation konnten viele Chirurgen die Verbesserung der Hautqualität bzw. der Narbenqualität erkennen, wenn die unterspritzten Areale sich unter einer bestehenden Narbe befanden. Daher wird diese Methode mittlerweile auch zur Verbesserung bestehender Narben eingesetzt.

Der sogenannte autologe Fetttransfer (auch Eigenfett-Transplantation genannt) ist beinahe 120 Jahre alt. Gustav Adolf Neuber (1850-1932), ein deutscher Chirurg aus Kiel, entwarf und baute die weltweit erste antiseptische Apparatur für einen Fetttransfer und führte diesen 1893 zum ersten Mal durch.

Die Einheilung des transplantierten Fettgewebes hängt maßgeblich davon ab, wie viele Zellen die Möglichkeit haben einen Anschluss an die ortsständigen Blutgefäße zu erlangen. Dies hängt einerseits von der Durchblutung des Empfängerbettes, andererseits von der Größe der transplantierten Gewebestücke ab. Ein großer Gewebedefekt kann somit nicht einfach mit Fettzellen aufgefüllt werden, da die Zellen im Zentrum des Defektes keinen ausreichenden Anschluss an das umliegende Gefäßnetz hätten. Vielmehr muss das Fettgewebe gleichmäßig in kleinsten Kanälen im ortsständigen Gewebe verteilt werden. Je nach Größe und Beschaffenheit des aufzufüllenden Gewebes sind daher oft mehrere kurze Operationen notwendig, um einen ausreichenden Effekt zu erzielen.

 

Der wasserstrahl-assistierte Fetttransfer

In den vergangenen Jahrzehnten wurden verschiedene Techniken der Fettgewinnung und –aufbereitung entwickelt. Insbesondere das Sammeln und Aufbereiten von Fett zur Eigenfett-Transplantation war bisher häufig ein umständlicher und zeitaufwändiger Prozess. Hingegen erübrigt die fettschonende und effiziente wasserstrahl-assistierte Fetttransplantation das aufwändige Zentrifugieren sowie jegliche weitere Aufbereitung des Fettgewebes. Das gewonnene Fett wird in einem speziellen Behälter sanft von der verbleibenden Flüssigkeit getrennt und ermöglicht den unmittelbaren wasserstrahl-assistierten Fetttransfer.

OP-Dauer 30 Minuten bis 2 Stunden (je nach Umfang)
Klinikaufenthalt 1-2 Tage
Anästhesie Lokal oder Vollnarkose
Nachsorge 6 Wochen Tragen einer Kompressionshose, keine "hüpfenden" Sportarten, keine Sauna oder Solarium
Risiken Blutergüsse, Schwellungen, vorübergehende Gefühlsstörung der Haut, Muskelkater