Häufig gestellte Fragen zur Geburtshilfe

Wie viele Kreißsäle haben Sie?
Es gibt 4 Kreißsäle, die liebevoll in warmen Farben gestaltet sind, drei davon haben eine Gebärwanne. Alle Kreißsäle sind an die zentrale Überwachung des fetal-Monitorings angeschlossen

Wie viele Hebammen sind pro Schicht da?
Es arbeiten immer zwei Hebammen im Früh-, Spät- und Nachtdienst

Ist immer ein Arzt vor Ort?
Es ist immer ein Geburtshelfer im Dienst, in besonderen Situationen wird ein Geburtshilflicher Oberarzt hinzugezogen.

Haben Sie Kinderärzte im Haus?
Für die Vorsorgeuntersuchungen ist täglich ein Kinderarzt vor Ort. Für besondere Situationen arbeiten wir mit dem Kinderarzt-Team von Dr. Uhlig zusammen, die im Falle eines Notfalls sehr schnell vor Ort sind.

Gibt es eine Kinderintensivstation?
Wir haben zwei Überwachungsbetten für Kinder in denen eine Überwachung am Monitor möglich ist. Eine Intensivstation haben wir nicht.

Wohin werden die Kinder verlegt?
Wir befinden uns in einer guten Kooperation mit dem UKE. Die Verlegungsrate lag in 2016 bei 1,65%

Wird die Mutter mit verlegt?
Wenn ein Kind in die Kinderklinik des UKE’s verlegt werden muss, werden wir die Mutter zeitnah in die selbige Klinik verlegen.

Welche Geburtspositionen bieten Sie an?
Frauen haben bei uns die Möglichkeit, individuell die Geburtsposition zu bestimmen.

Bieten Sie Wassergeburten an?
Eine Wassergeburt, also eine Geburt unter natürlichen Bedingungen und ohne Schmerzmedikation betreuen wir in unseren Gebärbadewannen.

Bieten Sie Akupunktur und Homöopathie unter der Geburt an?
Viele Hebammen des Teams haben eine Weiterbildung in Akupunktur und Homöopathie.

Ab wann leiten Sie ein?
Eine Geburtseinleitung wird nach den Leitlinien der DDDG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) ab einer Woche über den errechneten Entbindungstermin angeboten und ab zehn Tagen über den ET empfohlen. Bei besonderen Rahmenbedingungen ist eine Geburtseinleitung auch vorzeitig möglich.

Gibt es zur Geburtseinleitung auch etwas außerhalb der Schulmedizin?
Wir haben die Möglichkeit, neben den gängigen Möglichkeiten der Schulmedizin, auch mit einem Wehencocktail die Geburt einzuleiten. Die Einleitung mit einem Wehencocktail findet unter den gleichen sicheren Bedingungen der klinischen Begebenheiten statt.

Wie viele Frauen betreut eine Hebamme?
Im Optimalfall betreut eine Hebamme eine Geburt, aber auch bei uns kann es vorkommen, dass eine Hebamme mehrere Geburten parallel betreuen muss.

Was machen Sie, wenn mehr Frauen kommen, als Kreißsäle verfügbar sind?
Diese Situation ist äußerst selten. Es gibt jedoch auch dafür in guter Zusammenarbeit mit der Wochenstation und dem ärztliche Team bewährte und sichere Ausweichmöglichkeiten innerhalb unseres Krankenhauses.

Ab wann kann man sich bei Ihnen anmelden?
Wir empfehlen eine Anmeldung zur Geburt ab der 32. SSW.

Schicken Sie Frauen weg, die nicht angemeldet sind?
Jede Frau - auch ohne Anmeldung zur Geburt - ist bei uns willkommen und wird bestmöglich betreut. Dennoch empfehlen wir dringend die rechtzeitige Anmeldung zur Geburt. Das reduziert den Stress für alle Beteiligten.

Wie hoch ist Ihre Kaiserschnitt-Rate?
Derzeit haben wir eine Sectiorate von 29%. Damit liegen wir unter dem Bundesdurchschnitt.

Bieten Sie BEL Geburten an?
Wir bieten die Möglichkeit der äußeren Wendung, also das manuelle Wenden von der BEL in die Schädellage. Für eine vaginale Geburt von BEL empfehlen wir eine Beratung in der Geburtshilflichen Abteilung des UKE.

Wie hoch ist die Dammschnitt-Rate?
Ein Dammschnitt wird bei uns nur in Ausnahmesituationen durchgeführt die Rate für Episiotomien liegt deutlich unter 10% (9,4% 2016)

Haben Sie Rooming-in?
Ja.

Bieten Sie Stillberatung an?
Das erste Stillen wird bei uns schon direkt im Kreißsaal gefördert. Auf der Wochenstation gibt drei zertifizierte IBCLC Stillberaterinnen, die Sie auch bei besonderen Situationen im Stillen unterstützen.

Wie lange bleiben die Frauen nach einer normalen Geburt im Krankenhaus?
Die meisten Familien bleiben bis zur zweiten Vorsorgeuntersuchung des Kindes (U2), welche ab 48 Stunden nach der Geburt möglich ist, in der Klinik.

Bieten Sie Ambulante Geburten an?
Sie haben die Möglichkeit eines Kurzstationären Aufenthaltes, welches eine Entlassung nach 6 Stunden nach der Geburt ermöglicht. Voraussetzung ist, dass Sie einen Kinderarzt und eine Wochenbetthebamme haben, sowie Sie und Ihr Kind keine Besonderheiten aufweisen.

Wie lange bleiben die Frauen nach einem Kaiserschnitt?
Die meisten Familien gehen am vierten Tag nach einem Kaiserschnitt nach Hause.

Haben Sie Familienzimmer?
Um die familiäre Bindung zu fördern, stehen uns zwei Familienzimmer und vier weitere Einzelzimmer, mit der Möglichkeit für Ihren Partner ein Zustellbett zu platzieren, zur Verfügung.

Was kostet das Familienzimmer pro Nacht?
Die Kosten für ein Einzelzimmer liegen derzeit bei 80€/Nacht, für ein Familienzimmer bei  130€/Nacht.

Wird der Partner mit verpflegt?
Eine Verpflegung des Partners ist möglich, wenn er als Begleitperson aufgenommen wurde.

Wie sind die Besuchszeiten für die Väter?
Uns liegt die familiäre Bindung besonders am Herzen, so dass Väter bei uns immer willkommen sind. In der Nacht haben wir - außer in den Familienzimmern - nicht die Möglichkeit die Väter zu beherbergen, so dass wir um Verständnis bitten und Sie bitten möchten, auf Rücksicht zu den anderen frisch gewordenen Müttern, nach Hause zu fahren.

Haben Sie eine Elternschule, bieten Sie Kurse an?
Bitte beachten Sie die Angebote unseres Familientreffpunktes.

Bieten Sie Geburtsvorbereitende Akupunktur an?
Bitte beachten Sie die Angebote unseres Familientreffpunktes.

Bringt ein Kaiserschnitt immunologische Nachteile für Kinder?

Seit längerer Zeit wird diskutiert, ob Kinder, die durch einen z. B. geplanten Kaiserschnitt auf die Welt kommen, immunologische Nachteile haben gegenüber Kindern, die auf natürlichem (vaginalem) Wege geboren werden. Es muss hierzu festgestellt werden, dass es keine Antwort auf diese Fragestellung gibt, welche wissenschaftlich bewiesen ist. Dennoch reißt die Diskussion um dieses Thema nicht ab und führt auch zur Verunsicherung von werdenden  Müttern. Grundsätzlich gilt aus unserer Sicht, dass die natürliche Geburt von uns empfohlen wird. Unter der Geburt und auch manchmal bereits vor Geburtsbeginn gibt es jedoch medizinische Gründe, die zu einem Kaiserschnitt führen. Zusätzlich kann es auch sein, dass eine Frau nach ausreichender Aufklärung den Wunsch hat, anstelle einer natürlichen Geburt eine Kaiserschnittentbindung durchführen zu lassen. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass ein derartiger Wünsch zu respektieren ist.

In jüngster Zeit gibt es zu dieser Frage (Abwehrkräfte /Immunologie) Überlegungen und Ansätze, bei Neugeborenen nach geplantem Kaiserschnitt einen nachträglichen Kontakt zum sog. vaginalen Mikrobiom  der Mutter herbei zu führen. Unter Mikrobiom versteht man die einen Menschen natürlicherweise besiedelnden Mikroorganismen, also z.B. unschädliche Bakterien. Im Scheidenmilieu spielen hierbei die Laktobazillen (auch Döderleinbakterien genannt) eine wichtige Rolle. Da der natürliche Kontakt mit dem vaginalen Mikrobiom, welcher bei einer normalen Geburt durch den Durchtritt des Kindes durch die Vagina stattfindet, bei einem Kaiserschnitt fehlt, bestände die Möglichkeit, nach der Kaiserschnittgeburt ein Kind mit dem Scheindenmikrobiom seiner Mutter zu kontaktieren. Nach einer aktuellen Publikation ist dieses z. B. möglich, in dem man nach der Geburt das Neugeborene mit einem zuvor in die Vagina der werdenden Mutter eingelegten Wattebausch abtupft. Aufgrund der zahlreichen Anfragen und Wünsche bieten wir diese Möglichkeit für geplante Kaiserschnittgeburten an. Voraussetzung ist eine vorherige Aufklärung (z. B. auch darüber, dass die wissenschaftliche Grundlage für dieses Vorgehen bisher fehlt)  und der Ausschluss eines vaginalen Infektes bei der Mutter. Gerne können Sie dieses Thema bei der Geburtsanmeldung oder bei der Vorbereitung zu einem geplanten Kaiserschnitt mit uns besprechen.