Kontakt
AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG
Medizinisch-Geriatrische Klinik

Chefärzte
Dr. med. Jutta Bölke, Dr. med. Matthias Müller-Schulz, Dr. med. Jürgen Wernecke

Hohe Weide 17
20259 Hamburg

(040) 7 90 20 - 27 00

(040) 7 90 20 - 27 09

brit.loppenthien@d-k-h.de

Chefarztsekretariat
Brit Loppenthien

Brit Loppenthien

Chefarztsekretärin

Altersmedizin

Krankheiten sind im Alter häufig ein sehr komplexes Gebilde: chronische und akute Erkrankungen treten parallel auf, Fähigkeiten und Mobilität lassen nach. Deshalb ist es umso wichtiger, immer den ganzen Patienten zu sehen und zu behandeln. Alte Patienten brauchen mehr als die einzelne fachliche Kompetenz.

Das Konzept der Medizinisch-Geriatrischen Klinik beruht auf der Arbeit im multidisziplinären Team aus Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und Sozialarbeitern. Ziel ist immer, die Selbständigkeit des Patienten so lange wie möglich zu erhalten. Lebensqualität und -zufriedenheit sollen zurückgewonnen, erhalten oder verbessert werden.

Bei allen diagnostischen und therapeutischen Überlegungen stehen die Bedürfnisse und Wünsche des Patienten im Vordergrund. Wir wollen den Jahren Leben geben und nicht nur dem Leben Jahre. Die Klinik verfügt über 115 vollstationäre Betten und eine Tagesklinik mit 20 Plätzen.

Die Medizinisch-Geriatrische Klinik mit geriatrischer Tagesklinik wurde mit dem Qualitätssiegel Geriatrie des Bundesverbandes Geriatrie ausgezeichnet und beteiligt sich an einer externen Qualitätssicherung. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Versorgung von dementen Patienten.

Neben der langjährigen Erfahrung in der Altersmedizin und der Zusatzbezeichnung Klinische Geriatrie verfügen Chef- und Oberärzte noch über weitere Schwerpunkt- bzw. Zusatzbezeichnungen wie Physikalische und Rehabilitative Medizin, Gastroenterologie, Kardiologie, Diabetologie und internistische Intensivmedizin und ist mit modernen Geräten z.B. für die Sonographie und Herzkreislaufdiagnostik ausgestattet. Weiterhin kann die Geriatrische Klinik für Diagnostik und Therapie schnell und unbürokratisch auch auf die anderen Abteilungen des DKH zugreifen. Dies sichert zu jedem Zeitpunkt eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau.     

Menschen und Gedanken
Schwerpunkte des Leistungsspektrums

Häufige Krankheitsbilder

  • Schlaganfall (Apoplektischer Insult) und seine Folgen
  • Delir bei Demenz oder aus anderen Ursachen/bei anderen Grunderkrankungen
  • Morbus Parkinson im Alter
  • Stoffwechselerkrankungen, z.B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Folgeerkrankungen, insbesondere das diabetische Fußsyndrom
  • Frakturen (Knochenbrüche), Z.n. Gelenkersatz, Z.n. Amputation
  • Mobilisierung nach schweren Operationen
  • Infektionen, z.B. der Harnwege und der Lunge
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • Durchblutungsstörungen der Gefäße
  • Abklärung und Therapie bei Demenz und Folgeerkrankungen
  • Gangstörungen und Sturzneigung
  • Fehl- und Mangelernährung
  • Inkontinenz
  • Chronische Wunden
  • Schmerzsyndrome, z.B. bei Polyarthrose

Demenz

Das DKH verfügt mit der Station Siloah über eine der ältesten Einrichtungen Deutschlands für Patienten mit einer Demenz, die wegen einer anderen akuten Erkrankung einer Krankenhausbehandlung bedürfen. Aber was ist eigentlich Demenz?

Grob gesagt handelt es sich um eine den Alltag einschränkende Abnahme von Gedächtnis und anderen geistigen Funktionen (wie z.B. Wortfindungsstörungen) im Vergleich mit dem ursprünglichen Funktionsniveau des Menschen, die länger als sechs Monate besteht. Bei Diagnosestellung darf keine sonstige akute oder psychische Erkrankung bestehen. Es besteht keine Einschränkung des Bewusstseins.

Was sind einige der Unterschiede zum normalen Altern?

  • Die Demenz schreitet schneller voran als das normale Altern.
  • Man vergisst auch wichtige häufige Dinge.
  • Man verirrt sich leichter.
  • Man klagt weniger über das Vergessen.
  • Man ist im Alltag schneller beeinträchtigt.

Dies kann sich zeigen in:

  • Antriebsarmut
  • Konzentrationsstörungen
  • Interessenverarmung
  • Wortfindungsstörungen
  • Überforderungsgefühl
  • Schnellerer Erschöpfbarkeit
  • Depression
  • Ängsten
  • Rückzugstendenzen

Manche Ursachen sind behandelbar, z.B. Vitaminmangelzustände oder ein Normaldruckhydrocephalus.

Bei der häufigsten Ursache, der Alzheimer-Demenz, lässt sich der Krankheitsverlauf in den Anfangsstadien u.a. durch Medikamente positiv beeinflussen. Wichtig hierfür ist eine frühzeitige Diagnosestellung. Im DKH besteht für Diagnostik und Therapie an Demenz erkrankter Menschen eine jahrelange Erfahrung, wobei wir keine „Memory-Klinik“ betreiben, sondern auf die Behandlung bereits dementiell erkrankter Patienten mit akuten Begleiterkrankungen spezialisiert sind. Auch sind wir im interdisziplinären Arbeitskreis Geriatrie und der Hamburger AG Demenz zu diesem Thema engagiert.

Geriatrische Früh-Rehabilitation

Unter frührehabilitativen Gesichtspunkten werden schwer betroffene Patienten nach einem Akutereignis (z.B. Schlaganfall) oder nach Knochenbruch (z.B. hüftgelenksnahe Fraktur des Oberschenkels), aber auch Patienten, die im Rahmen einer anderen Akuterkrankung eine längere Bettlägerigkeit erfahren haben, nach dem Motto Rehabilitation vor Pflege behandelt.

Längere Bettlägerigkeit führt zu Muskel- und Knochenabbau mit entsprechendem Kräfteverlust. Dies kann zur Abnahme der Selbständigkeit und Alltagskompetenz führen, z.B. zu bleibender Gangunsicherheit oder gar zur Unfähigkeit, im häuslichen Bereich weiterzuleben.

Daher wird so früh wie möglich mit strukturierten Behandlungsmaßnahmen wie Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie begonnen. Ebenso ist eine spezielle pflegerische Unterstützung (aktivierende Pflege) erforderlich, um baldmöglichst wieder Alltagskompetenz einzuüben und zu erlangen.

Zu Beginn der geriatrischen Frührehabilitation führen wir ein sogenanntes Assessment (Einschätzung) durch. Mediziner, Therapeuten, Pflegekräfte und Sozialdienst führen gezielte Tests durch, um den individuellen Zustand eines Patienten zu ermitteln und einen entsprechenden Therapieplan zu erstellen. Neben der medizinischen bzw. medikamentösen Therapie spielen die anderen Therapieformen eine sehr wichtige Rolle. Nach Bedarf regeln wir auch die Weiter- und Hilfsmittelversorgung.

Die Patienten in der geriatrischen Frührehabilitation sind in der Regel so schwer betroffen, dass sie nicht direkt in eine konventionelle Rehabilitationsklinik entlassen werden können. Aufgrund ihrer schweren funktionellen Defizite bzw. begleitender Akuterkrankungen bedürfen sie weiter einer akutstationären Behandlung. Mit der frührehabilitativen Behandlung in einem multidimensionalen Therapieansatz wird versucht, die Selbsthilfefähigkeit und Mobilität dieser Patienten zu bessern, und eine so eine persönliche Perspektive zu eröffnen.

Voraussetzung ist ein Alter von mindestens 60 Jahren. Aufgrund der wichtigen Einbeziehung des persönlichen Umfelds sollte die Behandlung möglichst wohnortnah stattfinden.

Direkt auf den Stationen bzw. diesen direkt angegliedert finden sich die Therapieräume der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und (Musik)psychologie, so dass die Wege zur Therapie kurz sind und lange Wege durch das Klinikum entfallen

Als Ziele stehen hier neben weitest möglicher Genesung die Unabhängigkeit von fremder Hilfe sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ganz im Vordergrund.

Geriatrische Tagesklinik

Ein stationärer Aufenthalt ist für ältere Patienten oft eine große Belastung. Deshalb bieten wir alternativ die Möglichkeit, geriatrische Behandlung, ergänzt durch umfangreiche rehabilitative Maßnahmen, auch in unserer Tagesklinik durchzuführen.

Ein teilstationärer Aufenthalt in der Tagesklinik ist sinnvoll, wenn eine Erkrankung oder die Folgen einer Erkrankung durch ausschließlich ambulant angebotene Therapien nicht ausreichend behandelt werden kann, jedoch keine medizinische Versorgung „rund um die Uhr“ erforderlich ist.

Besonders geeignet ist die Behandlung in der Tagesklinik für Patienten mit Einschränkungen nach einem Schlaganfall, mit einer neurologischen Langzeiterkrankung wie dem Morbus Parkinson nach einer Amputation oder komplizierten Frakturen, da hier spezielle berufsübergreifende Therapiekonzepte wie z. B. die Gehschule erforderlich sind.

Das therapeutische Angebot umfasst neben medizinischer Versorgung aktivierende Pflege, Physiotherapie/Physikalische Therapie, Ergotherapie, Logopädie, computergestütztes Hirnleistungstraining und Musiktherapie.

Einmal wöchentlich findet eine Ober- oder Chefärztliche Visite statt. Während des Aufenthaltes in unserer Tagesklinik stehen sämtliche diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten des Krankenhauses zur Verfügung. Am Ende des Aufenthaltes wird dem Patienten ein ausführlicher ärztlich-therapeutischer Entlassungsbericht für den weiterbehandelnden Arzt mitgegeben. 

Patienten, die im Einzugsgebiet unserer Klinik leben und transportfähig sind, können hier während der Woche ihre täglichen Therapien wahrnehmen und kehren abends in ihre gewohnte Umgebung zurück. Sie werden werktags morgens zu Hause abgeholt und nachmittags zurückgebracht. Der Transport erfolgt mit Kleinbussen und wird durch die Tagesklinik organisiert. Fahrtkosten entstehen für die Patienten nicht.

Das Mittagessen nehmen die Patienten in der Tagesklinik gemeinsam ein. Kaffee, Tee und Kaltgetränke stehen den Patienten den ganzen Tag über zur Verfügung. Die Ruheräume der Tagesklinik, mit Betten und Ruhesesseln ausgestattet, können für die Mittagsruhe, aber auch zur Erholung nach anstrengenden Therapien genutzt werden.

Die Tagesklinik verfügt über 20 Plätze. Die Anmeldung erfolgt schriftlich oder per Fax durch den Hausarzt oder den zuweisenden Krankenhausarzt. Für die Aufnahme aus dem ambulanten Bereich benötigen wir eine entsprechende Krankenhauseinweisung zur teilstationären Behandlung.

Medizinisch-Geriatrische Klinik

Station Siloah

Geriatrische Tagesklinik

Familiale Pflege

Sturzprophylaxe

Ergänzende Materialien

Ausgewählte Themen

Sturzsyndrom

Jeder zweite Patient über 80 Jahre stürzt mindestens einmal im Jahr. Etwa jeder zwanzigste Sturz führt zu einem Knochenbruch.

Wichtige Risikofaktoren sind:

  • Durchgemachte Stürze in der Vorgeschichte
  • Muskelschwäche
  • Gang- oder Balancestörungen, Arthrose
  • Sehstörungen
  • Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit
  • Ungeeignetes Wohnumfeld, z.B. bei nächtlichem Gang zur Toilette
  • Nebenwirkung von Medikamenten

Hier können wir hilfreich ansetzen durch:

  • Ausschluss kardiovaskulärer und stoffwechselbedingter Ursachen
  • Überprüfen und Umstellen der Medikation
  • Training von Muskulatur und Gleichgewicht
  • Behandlung einer eventuellen Inkontinenz
  • Beratung zur häuslichen Einrichtung
  • Anpassung und Verordnung von Hilfsmitteln
  • Vermeidung eines körperlichen Abbaus durch Ernährungsberatung/-anpassung

Delir

Das Delir (von lateinisch de-lira= aus der Furche) ist ein häufiges Syndrom bei geriatrischen Patienten. Dabei kommt es zu einer akuten, organisch bedingten Beeinträchtigung von Gehirnfunktionen, was dazu führt, dass die betroffene Person auf Umweltreize unangemessen reagiert, „durcheinander“ wirkt und unfähig ist, sich zu orientieren. Den Angehörigen fällt dies am schnellsten auf. Das Delir tritt im Alter und gerade bei Patienten mit einer kognitiven Störung häufiger auf.

Die Verwirrtheit ist dabei immer nur ein Symptom, keine Diagnose. Zeitweise sind die Patienten erregt, zeitweise zurückgezogen, teilweise treten Halluzinationen auf, es fällt den Patienten schwer, sich zu konzentrieren. Häufig tritt es nach großen Operationen, langen Narkosen oder Aufenthalten auf der Intensivstation auf. Und beeinflusst den weiteren Verlauf negativ.

Durch pflegerische Maßnahmen, besondere Umgangsformen, bauliche Vorkehrungen und medikamentöse Therapie ist das Delir nach Erkennung des Auslösers häufig gut behandelbar.

Im DKH besteht hierzu auch außerhalb der Geriatrie ein regelmäßiges Schulungsprogramm, da es gilt, möglichst präventiv tätig zu sein, bzw. die Diagnose möglichst früh zu stellen, da so die Heilungschancen deutlich besser sind.

Demenzsensibles Krankenhaus

Die Anzahl älterer Menschen im Krankenhaus steigt. Nach Schätzungen sind heute ca. 10 – 15 % der Krankenhauspatientinnen und -patienten, die wegen einer körperlichen Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden, an Demenz erkrankt oder leiden an kognitiven Störungen. Häufig ist eine Demenz bzw. eine kognitive Störung auch noch gar nicht diagnostiziert.

Da demenzielle Erkrankungen zum weit überwiegenden Teil im Alter auftreten, wird sich die Anzahl der demenzkranken Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern analog der demographischen Entwicklung weiter erhöhen.

Bei diesen Patienten ist die Häufigkeit eines Delirs (früher HOPS, Durchgangssyndrom etc.) bei oder nach Aufnahme im Krankenhaus oder postoperativ deutlich erhöht und in der Regel mit einem erhöhten Therapie- und Pflegeaufwand, einer Verlängerung der Verweildauer und häufigen Komplikationen verbunden.

Ziel muss es also sein, ein Delir soweit möglich zu vermeiden bzw. frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Das kann nur gelingen, wenn Angehörige, Pflegende und Ärzte darüber Bescheid wissen, zusammenarbeiten und am gleichen Strang ziehen.

Die AG Demenzsensibles Krankenhaus hat ein Delirscreening und Verfahrensanweisungen zur Delirbehandlung erarbeitet, die seit 2015 in der Medizinisch-Geriatrischen Klinik und in der Klinik für Diabetologie umgesetzt werden. In der Unfallchirurgie wurde dieser Ansatz mit der Vertiefung der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Alterstraumatologie ebenfalls eingeführt. In den anderen Abteilungen die ältere Menschen betreuen ist die Umsetzung geplant. Ziel ist, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit kognitiven Einschränkungen zu sensibilisieren