Ellenbogenverletzungen

Schwere Ellenbogenverletzungen beim Sport sind eher seltene Verletzungen, bedingt durch den stabilen Bandapparat des Ellenbogens. Neben Brüchen im Bereich des Ellenbogens und Sehnenabrissen vor allem der langen Muskelsehnen der Oberarmmuskulatur (Biceps und Triceps) sind eher chronische Reizzustände der Bänder oder Sehnenursprünge als problematisch zu identifizieren, zum Beispiel beim sogenannten Tennis- oder Golferellenbogen.

 

Einige Beispiele der möglichen Ursachen und deren Behandlungen:

Brüche des ellenbogenseitigen Oberarmknochens

Brüche des Oberarmes werden in Abhängigkeit des Unfallmechanismus und dem Ort der Verletzung in schulternahe Brüche, solche des Schaftes und ellenbogennahe Brüche eingeteilt. Zusätzlich bezieht man eine mögliche Gelenkbeteiligung sowie die Bruchform mit in die Planung der Versorgung ein. Nicht verschobene Brüche können häufig ohne eine Operation behandelt werden. Hierzu ist eine angepasste Ruhigstellung durch einen Gips oder Verband notwendig, sowie in einigen Fällen eine spezielle Krankengymnastik. Um ein im Verlauf auftretendes Abkippen oder Abrutschen des Bruches nicht zu übersehen, sollten in zeitlichem Abstand zur Verletzung einige Röntgenbilder angefertigt werden. Anhand derer wird der Fortschritt der Behandlung

beurteilt, oder ein Entscheid zur Operation gefällt. Ist die Verletzung jedoch in der ersten Beurteilung bereits so geartet, dass eine Operation ansteht, wird mit Ihnen die für Ihre Verletzung passendste Therapie besprochen und erklärt.

 

Ellen- und Speichenbrüche

Eine häufige Verletzung ist der Bruch der handgelenksnahen Speiche durch einen Sturz auf die Hand oder den Arm. Gering verschobene Brüche können in vielen Fällen durch einen Gips behandelt werden, verschobene Brüche und solche mit mehreren

Bruchstücken oder einer Beteiligung der Gelenkfläche sind eher durch eine Operation zu behandeln. Handelt es sich um eine Verletzung beider Unterarmknochen, ist auch hier in Abhängigkeit des Verletzungsausmaßes eine Operation notwendig, zumeist durch das Wiedereinrenken und Aufbringen von speziellen Platten, sogenannten winkelstabilen Plattensystemen. Dadurch wird häufig schon eine hohe Stabilität im Bruchbereich möglich, um frühzeitig mit der krankengymnastischen Behandlung beginnen zu können. Auch können wir stabilisierende Verbände wie Gips- oder Castschienen dadurch früher abnehmen, als bei einer Behandlung ohne Operation.

 

Ellenbogenluxationen und Verrenkungen

Das Ellenbogengelenk ist durch starke Seitenbänder und die Muskeln und Sehnen sehr gut stabilisiert, zusätzlich haben die Knochen von Oberarm und Elle eine spezielle Form, die ähnlich einem Scharnier funktioniert. Kommt es durch einen Unfall dennoch zu einer Verletzung des Ellenbogens, ist häufig neben Schäden an den Knochen auch eine Verletzung dieser Bänder oder Sehnen zu befürchten. Hier ist zunächst neben dem genauen Unfallhergang die klinische Untersuchung wichtig, um

eine schnelle Behandlung einleiten zu können. Eine Verrenkung im Ellenbogengelenk wird sorgfältig untersucht und zügig wieder eingerenkt, dies geschieht zumeist in einer Form der Kurznarkose. Dabei kann zeitgleich die Stabilität des Ellengelenkes

untersucht werden, um mögliche Bandverletzungen zügig zu diagnostizieren. Häufig ist dann eine weitere Untersuchung mittels Magnetresonanztomogramm (MRT) notwendig. Gemeinsam besprechen wir dann die Befunde, um eine bestmögliche Therapie für Sie zu entwickeln. Sollte eine Operation notwendig sein, wird neben der Versorgung von Knochenverletzungen auch der Bandapparat wieder stabilisiert.

 

Instabilitäten

Vor allem zurückliegende Verletzungen mit Beteiligung der stabilisierenden Bänder und Sehnen, sowie schwerere Brüche im Bereich des Ellenbogens können zu Beschwerden im Alltag, beim Sport oder bei der Arbeit führen. Sollten hierfür Störungen der Stabilität des Ellenbogens verantwortlich gemacht werden, kann hier gezielt eine Therapie gesucht werden. Eine ausgiebige klinische Untersuchung, im Bedarfsfall auch unter Röntgendurchleuchtung in der Bewegungsprüfung, sowie weitere bildgebende Verfahren werden kombiniert, um Ihnen Möglichkeiten der operativen Stabilisierung aufzuzeigen. Hierzu gehören unter anderem auch Kapsel- und Bandraffungen mit speziellen Fadenankern.

 

 

Chronische Schmerzzustände (Tennis- und Golferellenbogen)

Sollten sich im Ellenbogenbereich wiederkehrende Schmerzen einstellen, die bei bestimmten Bewegungen immer wieder auftreten, kann es sich um so genannte chronische Schmerz- oder Reizzustände handeln. Gemeint sind dabei Überlastungen im Bereich der stabilisierenden Strukturen am Ellenbogengelenk, wie zum Beispiel die Seitenbänder oder die Ursprünge der Unterarmmuskulatur. In der Regel wird durch eine Mischung aus Schmerztherapie, Krankengymnastik und Schonung eine Linderung erzielt werden können. In hartnäckigen Fällen wird Ihr niedergelassener Orthopäde und Unfallchirurg neben speziellen maschinellen Therapien auch eine Spritzentherapie durchführen. Sollte sich dennoch das Problem nicht lösen lassen und der Schmerz wiederkehren, ist in einigen Fällen durch eine Operation im Bereich des schmerzhaften Region eine Linderung der Beschwerden zu erzielen. Dies ist von Fall zu Fall unterschiedlich und wird ausführlich mit Ihnen besprochen werden, bevor man sich zu einer Operation entschließt. Wir führen diese Operationen so durch, dass in der Regel eine körperliche Schonung von einigen wenigen Wochen, begleitet von Krankengymnastik, ausreicht, um eine Verbesserung der Beschwerden zu erfahren.