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„Das Ziel ist eine individualisierte Krebstherapie“ Diakonie-Klinikum Hamburg beteiligt sich an einer Studie über die Aussagekraft von Gewebeproben
Forscher verwenden sehr häufig Biopsiematerial (Gewebeproben) aus Tumoren, um Ursachen für Krebserkrankungen zu finden und Behandlungsmethoden zu entwickeln. Trotzdem gibt es keine systematischen Studien, die untersuchen, wie sich das Biopsiematerial durch die Entnahme verändert. Das U.S. National Cancer Institute (NCI) hat nun die Hamburger Firma Indivumed GmbH mit der Durchführung einer solchen Studie beauftragt. Durchgeführt wird sie gemeinsam mit einem Klinischen Netzwerk, das Kliniker aus drei Hamburger Krankenhäusern bilden: PD Dr. Arnulf Dörner und Prof. Dr. Andreas de Weerth vom Diakonie-Klinikum Hamburg, Standort Alten Eichen; Prof. Dr. Björn Nashan vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und Prof. Dr. Carsten Zornig vom Israelitischen Krankenhaus.
Im Rahmen der Studie werden Blut- und Gewebeproben von Patienten mit Darmkrebs mit und ohne Lebermetastasen sowie Proben aus gesundem und Krebsgewebe von Darm und Leber entnommen. „Schon vor der Operation entnehmen wir am Patienten die erste Probe und kontrollieren dann in regelmäßigen Abständen mit weiteren Probenentnahmen, wie sich das Biopsiematerial verändert“, sagt Privatdozent Dr. Arnulf Dörner. Er ist Chefarzt der Klinik für Chirurgie und Leiter des Hamburger Darmzentrums am Diakonie-Klinikum Hamburg. „Wir protokollieren den Operationsverlauf sehr genau“, erklärt der Mediziner: „Es geht darum, mit der Studie herauszufinden, wie sich zum Beispiel während der Tumorentnahme im Darm durch die notwendige Unterbrechung der Blutzufuhr oder andere chirurgische Prozesse die Eiweißzusammensetzung im Tumorgewebe verändert. Nur so kann später bei der Entwicklung von Medikamenten gegen einen Tumor sicher zwischen Eiweißen unterschieden werden, die dem Tumor selbst zuzuordnen oder Ursache der Entnahme sind. Hier wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern im Bereich der Grundlagenforschung erstmals Standards entwickeln. Langfristiges Ziel ist es, später anhand molekularer Biomarker für jeden Patienten eine individuelle Krebstherapie zur Tumorbehandlung zu entwickeln“.
Das Hamburger Darmzentrum bietet höchste medizinische Kompetenz zum Wohle der Patienten. Sie werden mit den modernsten Verfahren behandelt – gemeinsam mit Gastroenterologen, Chirurgen, Pathologen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Psychoonkologen. Die Kooperation bezieht bewusst den ambulanten Versorgungssektor mit niedergelassenen Ärzten, Therapeuten und unabhängigen Instituten in die Kooperation ein, um eine lückenlose Behandlung von der Diagnose bis zur Nachsorge zu gewährleisten. Das Zentrum ist das erste von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Darmzentrum der Hansestadt. Seine hervorragende Qualität hat das Hamburger Darmzentrum am Diakonie-Klinikum Hamburg in einem Überwachungsaudit im Juni 2009 bewiesen: Zum zweiten Mal fand die Überprüfung des Qualitätsmanagement-Systems und der Fachqualität des Darmzentrums durch Auditoren vom TÜV-SÜD und OnkoZert statt. Sie waren sich einig, dass das Darmzentrum die hohen Anforderungen der Gesellschaften erfüllt.
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